MAZ 12.02.09

 

BILDUNG: Kreis drückt aufs Tempo

Bald Entscheidung zum Standort des Gymnasiums in der Region Teltow

STAHNSDORF - Über den genauen Standort für das dritte Kreisgymnasium in der Region Teltow soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Wie der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Schulz im Bildungsausschuss des Kreistags am Dienstagabend sagte, findet heute gemeinsam mit den Bürgermeistern von Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf eine Besichtigung von vier möglichen Standorten statt.

Im Gespräch sind zwei Flächen in Stahnsdorf – Zille- oder Annastraße –, ein Grundstück in Teltow gegenüber des Oberstufenzentrums und der Schwarze Weg in Kleinmachnow. „Die Bürgermeister müssen sich dann schnell einigen, denn wir wollen für die letzte Kreistagssitzung vor der Sommerpause eine Beschlussvorlage vorbereiten“, so Schulz.

Mehr Tempo bei der Entscheidungsfindung zum Gymnasium forderte auf der Sitzung auch der Stahnsdorfer Kreistagsabgeordnete Gerhard Enser (CDU). „Wir sollten eine Sondersitzung des Ausschusses Innere Verwaltung anberaumen, um das Vorhaben zu beschleunigen.“ Enser sieht gute Chancen, den Neubau des Gymnasiums über das zweite Konjunkturpaket des Bundes zu finanzieren.

Fachbereichsleiter Schulz mahnte indes zu mehr Realitätssinn. Der Kreis müsse elf bis zwölf Millionen Euro für den Schulneubau inklusive Turnhalle ausgeben. „Die Genehmigungsplanung wird nicht vor Ende 2009 fertig sein, dann folgt die europaweite Ausschreibung.“ Es sei nicht möglich, ein Gebäude dieser Dimension innerhalb eines Jahres zu errichten. Ob der Kreis die Fristen, die an die finanzielle Förderung über das Konjunkturpaket gebunden seien, einhalten könne, sei keinesfalls sicher.

Der Kreistag von Potsdam-Mittelmark hatte Mitte des vergangenen Jahres den Errichtungsbeschluss für das Gymnasium gefasst, am 16. Dezember war die Schule vom Bildungsministerium genehmigt worden. Seitdem habe es zahlreiche Termine mit den Bürgermeistern gegeben. „Wir wollten erreichen, dass die Standortfrage von den Verantwortlichen der Region selbst geklärt wird“, so Fachbereichsleiter Schulz. „Die Hausaufgaben vor Ort müssen endlich erledigt werden“, mahnte der Ausschussvorsitzende Baldur Martin (Freie Bürger und Bauern). Es sei „nicht nachvollziehbar“, dass sich die drei Nachbarkommunen ein drei Viertel Jahr nach dem Beschluss des Kreises immer noch nicht über einen Standort geeinigt hätten. „Ich halte dies für grob fahrlässig“, kritisierte Martin. „Die Belange von Eltern und Kindern werden zu wenig berücksichtigt.“

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) warb im Ausschuss für den Standort in der Stahnsdorfer Zille-Straße. Er habe den Eindruck, so Albers, dass die Verantwortlichen in Kleinmachnow und Teltow es für „akzeptabel und nachvollziehbar“ hielten, dass das Gymnasium nach Stahnsdorf komme. Konkrete Beschlüsse der kommunalen Gremien gebe es aber nicht.

Per Antrag wollen nun die Bündnisgrünen erreichen, dass die Zille-Straße als Standort für das Gymnasium festgeschrieben wird. In Kleinmachnow wird das Papier heute erstmals von den Gemeindevertretern diskutiert. (Von Jürgen Stich)