MAZ 18.07.08

 

BILDUNG: Dem Himmel ganz nah

Die Hoffbauer-Stiftung richtet einen Campus in Kleinmachnow ein

KLEINMACHNOW - Ein in Brandenburg einmaliger privater Bildungscampus wird an der Grenze von Kleinmachnow und Teltow entstehen. Die evangelische Hoffbauer-Stiftung hat gestern endgültig entschieden, neben der bereits bestehenden Grundschule am Schwarzen Weg auch noch eine Kindertagesstätte und ein Gymnasium zu errichten. Genutzt wird das ehemalige Siemens-Areal, das sich seit dem vergangenen Jahr im Besitz der Hubert Haupt Immobilien-Holding befindet.

„Die Mietverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren sind unter Dach und Fach“, sagte Hoffbauer-Geschäftsführer Frank Hohn gestern der MAZ. Wenige Stunden zuvor hatte es ein abschließendes Gespräch mit den Bürgermeistern von Teltow und Kleinmachnow, Thomas Schmidt und Wolfgang Blasig (beide SPD) gegeben.

Laut Hohn werden in Zukunft im Neubau der Grundschule 300 Kinder unterrichtet. Das Gymnasium startet nach den Sommerferien mit rund 50 Schülern und wird übergangsweise im Erdgeschoss eines der beiden Bürohochhäuser untergebracht. Bis zum 1. August 2009 baut die Hubert Haupt Immobilien-Holding den östlichen Achtgeschosser um, so dass zum Schuljahr 2009/2010 die Kita mit 90 Plätzen im Erdgeschoss und das Gymnasium für zukünftig 450 Schüler in den verbleibenden sieben Stockwerken untergebracht werden können. „Es wird das erste Gymnasium in Brandenburg sein, das in einem Hochhaus residiert“, sagte Hohn.

Kleinmachnow, Teltow und der Landkreis Potsdam-Mittelmark wollen gemeinsam auf einer nahegelegenen Fläche eine Sporthalle errichten, die von den Schulen, dem Teltower Oberstufenzentrum und Vereinen genutzt werden kann. Bis der Neubau steht, erhalten die Gymnasiasten ihren Sportunterricht in der Teltower Jahn-Sporthalle.

„Die Entscheidung der Hoffbauer-Stiftung ist ein Meilenstein für die Region“, waren sich die Bürgermeister Blasig und Schmidt einig. Kita, Grundschule und Gymnasium eng zu verzahnen, sei „ein wunderbares Modell“. Beide Verwaltungschefs äußerten Verständnis dafür, dass sich Stahnsdorf, das ebenfalls an den Campus grenzt, noch nicht zu einer Teilnahme am Projekt positioniert hat. „So kurz nach der Bürgermeisterwahl ist die Situation dort nicht einfach.“ Mit dem neuen Gemeindechef Bernd Albers (Bürger für Bürger) habe es bereits ein Gespräch gegeben, doch müsse dieser zunächst „den politischen Raum“ sondieren.

Ursprünglich wollte Hoffbauer das Gymnasium in der leerstehenden Teltower Bürgel-Schule einrichten. Nach Lage der Dinge wird das Gebäude nun zukünftig eine Fachschule des Diakonissenhauses beherbergen. Im Gegenzug entsteht in Seehof eine weitere Grundschule. (Von Jürgen Stich)