MAZ 04.07.08

 

BILDUNG: Weg für drittes Gymnasium frei

Der Kreistag beschloss gestern Schul-Neubau in der Region Teltow

REGION TELTOW - Der Weg zur Errichtung eines dritten staatlichen Gymnasiums in der Region Teltow ist frei: Einstimmig haben die Kreistagsabgeordneten gestern den Beschluss gefasst, dass der Landkreis dort zum Schuljahr 2009/2010 „ein mindestens dreizügiges Gymnasium“ einrichtet. „Sitz und Standort des Gymnasiums werden im Benehmen mit den drei Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf festgelegt“, heißt es weiter. Die weiterführende Schule „soll das vorhandene fachliche Angebot ergänzen und von vornherein als Ganztagsschule ausgestaltet werden“.

Der Bedarf an gymnasialen Angeboten in den Sekundarstufen I und II sei in der Teltower Region stark gestiegen, begründen CDU, SPD, FDP und „Freie Bürger und Bauern“ ihren gemeinsamen Antrag. Mit einer Erweiterung der vorhandenen Gymnasien in Teltow und Kleinmachnow oder temporären Lösungen sei dauerhaft nichts auszurichten. Die Übergangsquote zum Gymnasium liege in der Teltower Region mit 78 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt. Weinberg-, Immanuel-Kant- und das demnächst öffnende private Hoffbauer-Gymnasium könnten den Badarf nicht decken. Vielmehr sei abzusehen, dass für einen Zeitraum von mindesten zwölf bei 15 Jahren zusätzliche Plätze benötigt werden, so die Antragsteller.

Der Plan des Kreises, ein drittes Gymnasium zu errichten, war vor einigen Wochen durchgesickert. Die Debatte über den Standort der Schule ist bereits voll im Gange. Im Gespräch ist eine Fläche an der Stahnsdorfer Annastraße, die als Bildungsstandort ausgewiesen ist und die die Gemeinde dem Kreis kostenlos zur Verfügung stellen würde. Aus Teltow und Kleinmachnow waren allerdings bereits Stimmen zu hören, dass diese Lösung als zu „klein“ empfunden werde, weil wenig Platz für Sporthalle und Außenanlagen vorhanden sei. Alternativ wurde über ein Areal an der Stahnsdorfer Zille-Straße nachgedacht. Dort ließe sich eine Kooperation mit dem regionalen Sportverein verwirklichen, der die zu bauende Halle mitnutzen könnte. Die ehemalige Militärfläche wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vermarktet. Nach MAZ-Informationen will sie dort aber selbst bauen, ein Verkauf komme nicht in Frage.

Das Gymnasium wird unabhängig vom endgültigen Standort zum Schuljahr 2009/2010 zunächst einmal in einem Übergangsquartier starten. Vorschläge dazu haben die Verwaltungen der drei Kommunen dem Landkreis gemacht, eine Entscheidung steht noch aus. (Von Jürgen Stich)