Märkische Allgemeine 17.05.08

 

BILDUNG: Landrat favorisiert Stahnsdorf

Vorentscheidung für Gymnasium-Bau

STAHNSDORF - Bei der Standortwahl für das geplante dritte staatliche Gymnasium in der Region Teltow ist gestern eine wichtige Vorentscheidung gefallen. Nach Informationen der MAZ hat sich Landrat Lothar Koch (SPD) für Stahnsdorf ausgesprochen. Bei einem Treffen mit Vertretern der SPD-Ortsvereine Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf gestern in Belzig sagte Koch nach Auskunft von Teilnehmern: „Bei der Suche nach dem richtigen Standort in Stahnsdorf ist ausschlaggebend, dass von dieser Entscheidung Impulse für die Entwicklung von Stahnsdorf und der ganzen Region ausgehen.“

An der Gesprächsrunde nahmen auch die SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Melior und Jens Klocksin, die Stahnsdorfer SPD-Bürgermeisterkandidatin Ruth Barthels sowie die Verwaltungs-chefs von Kleinmachnow und Teltow, Wolfgang Blasig und Thomas Schmidt (beide SPD), teil. Im Ergebnis favorisieren die Bürgermeister und der Landrat die Gründung eines kommunalen Zweckverbands unter Beteiligung des Landkreises, der die Trägerschaft „für alle weiterführenden Schulen“ in der Region übernehmen soll.

Die Kreisverwaltung hatte in der vergangenen Woche die Entscheidung bekannt gegeben, in der Teltower Region ein Gymnasium errichten zu wollen, das 2009 eröffnet werden soll. Über den Standort und die Frage, ob ein Neubau errichtet oder ein bestehendes Gebäude genutzt wird, soll am kommenden Mittwoch gesprochen werden. Es zeichnete sich aber bereits ab, dass Stahnsdorf die besten Chancen hat, die weiterführende Schule zu erhalten.

Insbesondere die Stahnsdorfer CDU hat in den vergangenen Tagen Druck aufgebaut. Am Donnerstagabend setzte sie im Hauptausschuss der Gemeindevertretung einen Beschluss durch, der den Stahnsdorfer Bürgermeister verpflichtet, bei den Verhandlungen mit dem Landkreis den Standort in Stahnsdorf „vehement“ zu vertreten.

Auf welcher Fläche in Stahnsdorf das Gymnasium errichtet werden soll, ist allerdings heiß umstritten. Die CDU favorisiert ein 27 000 Quadratmeter großes Areal neben dem Gemeindezentrum in der Annastraße, für das bereits Baurecht für eine Schule besteht. Die SPD will auch andere Varianten prüfen und schließt einen Standort an der Zille-Straße nicht aus. Dort könnte zusätzlich eine große Sporthalle gebaut werden. Die Bürgermeister Blasig und Schmidt wiesen bei dem Treffen mit dem Landrat darauf hin, dass auch über das Profil der neuen Schule gesprochen werden müsse. „Das Gymnasium soll nicht nur den Bedarf decken, sondern auch das fachliche Angebot erweitern.“ (Von Jürgen Stich)